Fotoquelle: Olivier van de Kerchove

Brüssels Comic-Hausfassaden beim Rundgang entdecken

Brüssel gilt als Hauptstadt des Comics - unterstrichen wird diese Aussage durch zahlreiche Fassadengemälde in der ganzen Stadt. Der Comic-Rundgang ist ein touristisches Highlight.

In Brüssel sind Comics allgegenwärtig. In der ganzen Stadt sind sie an Hauswänden und Giebeln zu bewundern. Das Stadtbild von Brüssel ist stark durch die großformatigen Comicbilder geprägt. Im Jahr 2009, dem "Comic-Jahr" in Brüssel, kamen zu den über 40 Wandgemälden noch weitere zehn hinzu. Auch im Untergrund erinnern die Brüsseler gern an ihre Comic-Helden. An den Wänden der Metrostation "Stockel" sind auf 135 Meter über 144 Charaktere aus dem "Tim-und-Struppi"-Abenteuer verewigt.

Tim und Struppi - die Vorreiter des belgischen Comic-Booms



Die Geschichten von "Tim und Struppi", im belgischen "Tintin und Milou", eroberten die Welt und machten den belgischen Zeichner Hergé berühmt. Der blonde Reporter und sein treuer Begleiter, nämlich der Hund Struppi, reisen durch die Welt und erleben überall auf dem Globus Abenteuer.

Neben Hergé prägte André Franquin die Comicszene in Brüssel. Er erfand das "Marsupilami", den Hotelpagen "Spirou" und den Antihelden "Gaston". Der Cowboy "Lucky Luke" stammt aus der Zeichnerhand des Belgiers Morris, der mit ganzem Namen Maurice de Bévère heißt. Vater der berühmten blauen Wesen, der Schlümpfe, ist ebenfalls ein Belgier. Peyo zeichnete ab 1958 die Abenteuer der Schlümpfe gegen Gargamel.

Die belgischen Comiczeichner verwendeten klare Linien und bunte Zeichnungen ohne Schatteneffekte. Damit unterschieden sie sich vom amerikanischen Stil und erschufen die so genannte "Neunte Kunst".

Stadtführung der besonderen Art: der Comic-Rundgang durch Brüssel



Für an Comic interessierte Touristen bedeutet der Comic-Rundgang eine gute Möglichkeit, auch die sonst verborgenen Ecken der Stadt kennenzulernen.

In Brüssel gibt es außerdem zahlreiche Buchhandlungen, in denen ausschließlich Comics verkauft werden. Die Besucher können im belgischen Comic-Zentrum Ausstellungen zum Thema besuchen oder in der Bibliothek stöbern. Zum Relaxen lädt die Comic-Cafetaria ein. In einem Jugendstilkaufhaus von Victora Horta öffnete 1989 das erste Comicmuseum Brüssels seine Pforten. Auf 4000 Quadratmetern werden hier Originalzeichnungen und Werke junger Künstler ausgestellt.

In Brüssel leben auch heute noch zwischen 600 und 700 Comiczeichner.

Weitere Adressen für Comicfans (außerhalb des miovista-Rundgangs):

  • Das Haus des Comics, Keizerinlaan 1, 1000 Brüssel
  • Stiftung Marc Sleen, Zandstraat 13, 1000 Brüssel

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Datum: 28.01.2010 08:59:00 Uhr
Autor: Anke Ziebuhr
Fotos: Olivier van de Kerchove (Teaser/Textbild1), Olivier van de Kerchove (Textbild 1)