Wann essen die Madrilenen Tapas?
Tapas werden besonders gerne abends gegessen. Einige spanischen Familien gehen vor dem Abendessen, das erst relativ spät um 22 Uhr stattfindet, in eine Bar und essen dort Tapas als eine Art Vorspeise.
Aber auch beim Ausgehen spielen Tapas eine Rolle. Ein typischer Freitagabend beginnt bei den Madrilenen zum Beispiel im beliebten Ausgehviertel Huertas in einer der vielen Tapas-Bars. Sie gehen nicht nur in eine Tapas-Bar, sondern ziehen im Laufe des Abends von Bar zu Bar. So können an einem Abend bis zu 15 Bars besucht werden. Es gibt in Spanien nicht die typische Stammkneipe wie in Deutschland.
Welche Laden ist für Sie der beste in Madrid?
Guter Tipp für eine typische Tapas-Bar ist das Schinkenmuseum "Museo de Jamón" in der Straße Jerónimo nahe der Puerta del Sol. Dort hängen die Schinkenkeulen von den Decken und Wänden. Nichts für Vegetarier.
Was trinken die Madrilenen zu den Tapas?
Die typischen spanischen Häppchen gerne mit einem Glas Bier oder Wein konsumiert. Die Madrilenen gehen meistens in größeren Gruppen auf Tour. Dabei bezahlt immer einer aus der Gruppe die Runde, um die Kellner zu entlasten. Im Laufe des Abends kommt so jeder mal dran. Die trinkfreudigen Madrilenen bestellen in der Regel eine caña (kleines Glas) der madrilenischen Marke Mahou. Als Nicht-Alkoholiker ist es schwer, in der Gruppe den Abend zu verbringen. Denn wer trinkt schon gern 15 Cola am Abend?
Was bedeutet das Wort "Tapas"?
Das Wort "Tapas" ist vom spanischen Wort "tapear" abgeleitet und bedeutet "zudecken/abdecken". Tapas wurden in Andalusien erfunden. In den Tavernen legte man ein Brotstückchen auf die Gläser damit keine Fliegen in die Sherry- oder Weingläser der Gäste gelangen konnten. Daraus entwickelte sich das heutzutage reichhaltige Angebot.
Was ist Ihr Lieblingstapas?
Mein Lieblingstapas ist Seekrake (pulpo). Immer, wenn ich nach Madrid komme, bestelle ich mir einen Teller.
Welche Tapas-Spezialitäten sind in Madrid besonders beliebt?
Eigentlich alle. Dazu gehören die typischen Tapas-Spezialitäten wie Fleischbällchen (albondigas), Tortillas, Sardellen, Oliven, Spieße, Tintenfischringe (calamares), Champignons, eingelegte Muscheln und Patatas.
Gibt es regionale Unterschiede im Angebot der verschiedenen Tapas?
Je nach Region unterscheiden sich die Tapas-Spezialitäten. Während im Norden beispielsweise Tapas mit Blauschimmel-Käse beliebt sind, geht im Süden nichts über Oliven, die vorwiegend aus der andalusischen Provinz Jaén kommen.
In Madrid werden alle Tapas-Sorten angeboten. Madrid liegt etwa 400 bis 500 Kilometer vom Meer entfernt, doch die Meeresfrüchte sind schnell angeliefert, teils sogar per Flugzeug.
Was kann man als Tourist beim Tapas essen falsch machen?
Eine Tapas-Spezialität, die Touristen mit Vorsicht genießen sollten, ist ensaladilla rusa, Russischer Salat. Darin ist Mayonnaise und es ist kritisch, diese zu verzehren, wenn man die Qualität der Tapas-Bar nicht kennt. Spanier essen dieses Tapas gerne, wissen allerdings auch, wo sie das ungefährdet essen können. Auch beim Styling können Touristen ins Fettnäpfchen tappen, denn selbst bei der größten Hitze tragen die spanischen Männer lange Hosen und immer geputzte Schuhe. Die Schuhe sind ein wichtiges Statussymbol. Sandalen im Restaurant sind ein No-Go.
Tobias Büscher ist langjähriger Buchautor und Fotograf. Er schreibt Reportagen und Reiseführer, unter anderem für den DuMont-Verlag, über die Regionen Spaniens und Südfrankreich. Über seine Lieblingsstadt Madrid veröffentlichte er 2010 den Citytrip Madrid bei Reise-Know-How.
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