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Donnerstag 29.07.2010

Tierisch gute Kuchen im Café Eigel

"Hundekuchen" im Café Eigel. Foto: vivrum

Ob Pralinen, Torten oder Eiskrem, im Café Eigel in Köln findet jedes Schleckermaul seine Süßigkeit. Sogar Hunde kommen in dem Familienbetrieb auf ihre Kosten.

Katharina leckt sich die Zunge. Mit ihren braunen Kulleraugen blickt sie auf die drei Stückchen Obsttorte, die Kim-Liz Truong schnellen Schrittes an den Tisch bringt. „Darf sie denn Zwieback essen?“, fragt die Kellnerin. Lachend schüttelt die Windhundebesitzerin den Kopf und steckt Katharina ein mitgebrachtes Leckerli zu.

Für die Stammkundin und ihre Eltern ist das Café Eigel auf der geschichtsträchtigen Hohe Straße eine Institution. „Immer wenn wir in Köln sind, kommen wir zur Mittagszeit hier vorbei, hauptsächlich wegen der leckeren Kuchen“, erklärt die Feinschmeckerin aus Neuss.

Ein Klassiker im Café Eigel: die Cognac-Kirsch-Praline

Cognac-Kirsch-Praline. Foto: Konditorei Eigel KG

Cognac-Kirsch-Praline. Foto: Konditorei Eigel KG

Langsam zergeht die Zartbitter Schokolade auf der Zunge. Wie ein Wasserfall ergießt sich daraufhin der Cognac im Mund. Dann der Biss auf die Kirsche. Vorsichtig tasten sich die Zähne weiter vor. Knirsch, knirsch, knack. Getroffen. Der Kirschkern wird auf die Serviette gespuckt, direkt neben den mit Schokolade überzogenen Stiel. „Wir werfen die Kirschen in große mit Cognac gefüllte Einweggläser. Darin lagern sie dann bis zu einem Jahr, bevor sie von unseren Patissiers samt Stiel in Schokolade getaucht werden“, erklärt Bettina Eigel, die zusammen mit ihrem Mann Nikolaus das Traditionsunternehmen führt.

Bereits seit 1851 werden im Café Eigel über 40 Torten und Kuchen, mehr als 60 Sorten Pralinen und Teegebäck sowie Eiskrem in Handarbeit und meist täglich frisch gefertigt. Von den vielen Kaffeehäusern, die sich zwischen der geschäftigen Schildergasse und dem wichtigen Handelsweg Hohe Straße seit dem 18. Jahrhundert tummeln, existieren nur noch wenige. Unter ihnen das Café Reichard am Kölner Dom oder das Café Fromme in der Breite Straße.

Katharina und der Kuchen

Katharina spitzt die Ohren. Ein Straßenmusiker spielt „Que sera sera“ auf der Geige. Da die großen Glastüren der breiten Fensterfront an diesem lauen Sommertag weit offen stehen, tönt sein Gefiedel bis in die Mitte des 400 Quadratmeter großen Cafés. Katharina vergräbt ihre spitze Schnauze unter den weiß-grauen Vorderpfoten. Unter dem dunkelbraunen Stuhl mit den beigen Korbelementen rollt sich Katharina auf die Seite und streckt alle viere weit von sich. „Hast du deine Socken verloren? Ist dir nicht kalt?“, fragt Kim-Liz das dunkelblonde Mädchen im pinken Zweiteiler, das gerade von seiner Mutter im gleichfarbigen Chicco-Kinderwagen vorgefahren wird.

Als Frauchen in ihrer Geldbörse kramt, springt Katharina auf, legt die Ohren an und wedelt mit dem Schwanz. Aus der Küche erklingen „Happy Birthday“-Gesänge. Die 35 Mitarbeiter des Café Eigels singen ihrer Kollegin ein Ständchen. Auch diesmal geht Katharina leer aus. Kurz vorm Ausgang dann die vermeintliche Erlösung: Katharina entdeckt am Ende der langen Pralinentheke eine rosafarbene Geburtstagstorte mit ihrem Namen, geschrieben in weißer Zuckerglasur. Doch auch auf diesen Kuchen darf sich Katharina nicht stürzen, denn es ist nur ein Ausstellungsstück.

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