Wer im Internet auf der Suche nach einer preisgünstigen Hotelalternative ist, der wird nicht nur bei klassischen Bed-and-Breakfast-Portalen fündig, sondern kann neuerdings auch die Angebote von Privatunterkunft-Communities wie
Airbnb,
Wimdu und
9flats durchstöbern. Privatleute vermieten hier ihre Wohnungen, Zimmer oder Häuser auf Zeit an Reisende, die auf der Suche nach einer authentischen Unterkunft an ihrem Reiseziel sind.
Hinzu kommt eine soziale Komponente: Gäste und Gastgeber stellen sich auf ihren Profilseiten einander vor und haben die Möglichkeit, sich miteinander zu verbinden. Außerdem können Bewertungen vergeben werden. miovista hat den Test gemacht und sich die Angebote von fünf Anbietern in den Großstädten Berlin, Hamburg, Köln und München genauer angesschaut und dabei einen Blick auf Auswahl, Buchungsmodalitäten, Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Kontaktmöglichkeiten geworfen.
Privatunterkunft: Airbnb, Wimdu und 9flats bauen ihre Angebote aus
Die Auswahl ist groß: ein Loft in Berlin-Mitte, ein Himmelbett in Paris, eine Strohhütte in Uruguay, ein Baumhaus in Kalifornien. Ein Blick auf die Seite von Airbnb, Wimdu, 9flats & Co. und das Reisefieber ist da. Der Internetauftritt der Privatunterkunft-Communities ist übersichtlich gestaltet, umso mehr stechen die wechselnden Bilder hervor.
Angebote in über 19.700 Städten in rund 190 Ländern stehen derzeit auf Airbnb zur Verfügung, über zwei Millionen Buchungen sollen bereits über das Portal erfolgt sein. Damit ist das in den USA gegründete Portal zur Zeit die weltweit größte Privatunterkunft-Community, bei der Privatanbieter ihre Behausungen gegen Geld vermieten. Die Idee dahinter ist nicht neu: Es handelt sich hier um das klassischen Bed-and-Breakfast-Modell. Die Unterkünfte sollen günstiger als ein Hotel sein, zudem versprechen sie einen authentischen Aufenthalt abseits der Pauschalangebote. Das Neue an Portalen wie Airbnb: Neben der Privatunterkunft steht hier auch die Gastgeber selbst im Vordergrund.
Insidertipps von der Privatunterkunft
Auch deutsche Privatunterkunft-Communities sind mittlerweile am Markt: Seit einiger Zeit können Stadtreisende, die auf der Suche nach einer Privatunterkunft sind, sich auch bei Wimdu und 9flats umsehen – und werden fündig. Über 100 Städte bietet Wimdu zur Auswahl. Die Website, die im Herbst 2010 online ging, wurde von den beiden Samwer-Brüder gegründet. Die Angebote reichen vom Zimmer in einer Fünfer-Wohngemeinschaft bis zum Luxus-Penthouse mit Blick über die Stadt.
9flats kann derzeit mit Objekten in 3.000 Städten und über 100 Ländern aufwarten. Zwar ist es für den Gastgeber nicht verpflichtend, während des Aufenthalts seiner Gäste vor Ort zu sein und sie mit Insidertipps zu seiner Stadt zu versorgen – doch viele Gäste berichten genau davon begeistert in den Bewertungen, die sie ihren Gastgebern schreiben. Diese Bewertungsfunktion, die alle drei Portale anbieten, ist ein wichtiger Faktor, wenn es für den Reisenden darum geht, eine Privatunterkunft auszuwählen. Auf bed-and-breakfast.de etwa ist dies nicht möglich. Dafür werden hier alle Unterkünfte vorab von den Agenturen geprüft, um auszuschließen, dass sich unter den Anbietern schwarze Schafe befinden.
Vergleicht man die aktuelle Anzahl der Unterkünfte und ihrer Bewertungen mit denen im vergangenen Sommer, wird deutlich, dass sowohl Airbnb als auch 9flats und Wimdu in den letzten Monaten einen großen Wachstumsschub verzeichnen konnten. Zur Zeit kommen jeden Tag neue Angebote und Bewertungen hinzu – ob es auf Dauer dabei bleibt, wird sich zeigen.
Was die Anzahl der Unterkünfte betrifft, haben Wimdu, 9flats und Airbnb die Portale bedandbreakfast.de und bed-and-breakfast.de größtenteils überholt – zumindest, was das Angebot in den vier deutschen Großstädte betrifft. Wer sucht, findet hier außerdem auch einige außergewöhnliche Schlafstätten. Die älteren Portale hingegen bieten weder eine Übernachtung im Baumhaus noch im Hausboot an – dafür ist die Preisspanne dort auch wesentlich kleiner und die Preise für die Unterkünfte bewegen sich im Schnitt zwischen 30 und 80 Euro pro Nacht.
Privatunterkunft-Portale: Betreiber bemühen sich um Sicherheit
Eine wichtiges Thema bei der Buchung einer Privatunterkunft: die Sicherheit. Eine vollständige Sicherheit gibt es nie, das wissen auch die Betreiber. Dennoch bemühen sie sich, dem Nutzer ein gewisses Maß an Sicherheit zu bieten: Airbnb beispielsweise bietet eine Hotline an, die Tag und Nacht erreichbar ist, sollten mit der Buchung oder vor Ort Probleme auftauchen. Außerdem überweisen Wimdu, 9flats und Airbnb das Geld für den Gastgeber erst 24 Stunden nach einem reibungslosen Check-In. Mittlerweile wird von manchen Portalen auch ein Versicherungsschutz für Vermieter angeboten. Die Profilbilder und -beschreibungen, die jeder Gastgeber von sich selbst erstellen kann, sollen zusätzliches Vertrauen schaffen. 9flats setzt darüber hinaus auch auf sogenannte Scouts, die ausgewählte Unterkünfte testen. Diese werden anschließend mit einem "grünen Daumen" versehen. Bei Airbnb gibt es die SuperHosts und bei Wimdu "verified" Gastgeber.
Eine entscheidende Rolle spielen neben den Beschreibungen der Unterkünfte, die auch Informationen über Ausstattung und Mietkonditionen enthalten, natürlich auch die Bilder. Jeder möchte schließlich wissen, wie sein Urlaubsdomizil aussieht. Hier schlagen die getesteten modernen Portale ganz klar die klassischen, in ihrem Internetauftritt antiquiert wirkenden Bed-and-Breakfast-Websiten, auf denen häufig gerade einmal vier kleine Bilder angesehen werden können.
In puncto Benutzerfreundlichkeit liegen die Privatunterkunft-Communities ebenfalls vor klassischen Portalen wie
bed-and-breakfast.de und
bedandbreakfast.de. Die meisten bieten neben einer Karte, auf der die Lage der angebotenen Privatunterkunft zu sehen ist, auch einen Kalender, der über die Verfügbarkeit informiert. 9flats und Airbnb haben den Google-Dienst Street View integriert, der einen direkten Einblick in die Umgebung der Unterkunft bietet. Zudem kann nach bestimmten Kriterien gesucht werden, die Suchergebnisse wiederum lassen sich nach Entfernung, Preis oder Beliebtheit sortieren. In der Regel sind die Beschreibungen in mehreren Sprachen verfügbar.
Vorsicht vor zusätzlichen Kosten bei der Privatunterkunft
Obwohl es auf allen Portalen um die Vermittlung von Privatunterkünften gehen soll, handelt es sich bei manchen Testobjekten, die miovista per Zufall auswählte, um Unterkünfte kommerzieller Anbieter. Immer wieder tauchen bei 9flats, Wimdu und Airbnb auch Vermieter auf, die gleich mehrere Apartments anbieten. Bei bedandbreakfast.de finden sich hin und wieder Hotels oder Pensionen unter den Angeboten.
Auch auf zusätzliche Kosten sollte der Nutzer stets ein Auge haben: Wie der stichprobenartige miovista-Test ergab, kann sich der Preis für eine Übernachtung durch Reinigungsgebühren, die Anzahl der Gäste oder in bestimmten Reisezeiträumen schnell erhöhen. Häufig erscheinen die Angebote auf Airbnb & Co. Auf den ersten Blick sehr günstig, doch nicht immer bleibt es dabei. Zwar findet der Reisende hier schon einmal eine Schlafmöglichkeit in Berlin für 13 Euro die Nacht, doch kann dies unter Umständen bedeuten, dass er sich die Unterkunft mit dem Gastgeber teilt und keinen Raum für sich hat. Auf bedandbreakfast.de und bed-and-breakfast.de hingegen werden in aller Regel mindestens separate Zimmer angeboten, dafür beginnen die meisten Angebote bei 20 bis 30 Euro.
Support der Privatunterkunft-Anbieter
Soweit der Schein bei den getesteten Portalen. Das Sein versuchte miovista durch einen
doppelten Test der Privatunterkunft-Anbieter herauszufinden, wobei die Ergebnisse keinen repräsentativen Charakter haben, weil nur stichprobenartig getestet wurde.
Bei der Anschrift des generellen Websitesupports agieren die Anbieter unterschiedlich transparent schon auf ihrer Website. Während viele Anbieter das Kontaktformular eher verstecken, hat 9flats die Kontaktmöglichkeiten direkt gut sichtbar in der oberen rechten Ecke der Startseite platziert. Leider ist aber gerade diese Website durch Unwissenheit in Erscheinung getreten. Die Frage danach, ob die Rechnung inklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen wird, wurde falsch beantwortet - nämlich uneingeschränkt mit "Ja". De fakto handelt es sich aber bei den Gastgebern überwiegend um Privatpersonen, die natürlich keine Mehrwertsteuer erheben. Alle anderen Anbieter haben diese Standardfrage ohne Probleme und sehr präzise beantwortet – auch die Antwortzeit war immer gut.
Als zweites wurden die Gastgeber der vorgestellten Unterkünfte angeschrieben, mit der Bitte, den Weg und die Zeit mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln vom Hauptbahnhof zu der Unterkunft zu beschreiben. Fast alle Portale verlangten zusätzlich die Angabe eines Buchungszeitraums. Aus dem Rahmen gefallen ist hier bedandbreakfast.de. Nicht eine einzige Buchungsanfrage kam hier zustande und die Frage wurde nie beantwortet. Alle anderen Portale hatten zwar zum Teil auch Ausfälle oder die Frage wurde nicht korrekt oder hilfreich beantwortet: Die Abweichungen sind hier aber eher zufällig. Die Antwortzeiten waren zum Teil extrem schnell.
Gesamtfazit des miovista-Tests:
Es macht für den Städtereisenden durchaus Sinn, mehrere Websites nach Angeboten zu durchstöbern. Auch ist es gut, unverbindliche Anfragen zu stellen. Denn schon die Art und die Geschwindigkeit der Antwort sagt doch bei den Privatunterkunft-Communities einiges über den Gastgeber aus. Besonders überzeugend fand die miovista-Redaktion hier das Angebot von Airbnb, wo mancher Gastgeber trotz allgemeiner Anfrage im voraus die Übernachtungsmöglichkeit bestätigte. Aber auch Wimdu und 9flats sind sehr, sehr aktiv am Markt und punkten mit Service und einer großen Auswahl. Überhaupt keine Community, einen etwas komplizierten Buchungsprozess und auch nicht gerade eine große Auswahl an Bildern bietet auf der anderen Seite die Agentur bed-and-breakfast.de, die dennoch eine echte Empfehlung ist: Denn der Gast erhält hier einen professionellen Service, eine getestete Unterkunft und ebenfalls eine Vorabreservierung. Außerdem ist der Preis oft sehr gut. Es muss halt doch nicht immer die Community sein.
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