Auf Airbnb finden sich auch ungewöhnliche Schlafplätze. Fotoquelle: Airbnb
Auf Airbnb finden sich auch ungewöhnliche Schlafplätze.

Das amerikanische Vorbild: Bed-and-Breakfast per Airbnb

Am Anfang herrschte sowohl bei den Gästen als auch bei den Gastgebern in Wohncommunities Unklarheit über das Thema Sicherheit. Das Bed-and-Breakfast-Portal Airbnb hat deshalb begonnen, seine Sicherheitsstandards zu erweitern, um den Nutzern genügend Schutz zu bieten.

Die bislang größte Privatunterkunft-Community, Airbnb, wurde 2008 in den USA gegründet. Seit 2011 existiert eine deutsche Dependance. Was die Anzahl der Unterkünfte in den jeweiligen Städten angeht, hat Airbnb in unserem Test stets die Nase vorn. Allein in Berlin werden über 3.000 Unterkünfte von Airbnb-Mitgliedern angeboten.

Wie bei den Privatunterkunft-Communities Wimdu und 9flats gilt auch hier: Es werden hier nicht nur Privatunterkünfte vermietet - auch die soziale Komponente spielt eine Rolle. Der Nutzer erfährt etwas über den Gastgeber, in dessen Wohnung er sich einmietet, er kann vorab Kontakt zu ihm aufnehmen und sowohl Gast als auch Gastgeber können anschließend Bewertungen vergeben. Eine Funktion, die vielleicht der interessanteste Aspekt im Vergleich zu klassischen Portalen wie bedandbreakfast.de und bed-and-breakfast.de ist.

Derzeit werden nach Eigenauskunft Unterkünfte in 19.732 Städten und 192 Ländern angeboten (Stand: 01.12.2011).

Sicherheit (für Gastgeber und Gäste) bei Airbnb



Im August 2011 hat die Privatunterkunft-Community ihre Sicherheitsstandards um 40 neue Funktionen erweitert. Eine Maßnahme, die wohl notwendig geworden war, nachdem Medien von einer amerikanischen Gastgeberin berichteten, die ihr Zuhause verwüstet vorfand.

Aber auch Gäste hegen Bedenken: Woher weiß ich als Reisender, ob der Gastgeber wirklich unter dieser Adresse anzutreffen ist? Wer verbirgt sich hinter den Nutzerprofilen? Mit den neu eingeführten Funktionen bemüht sich Airbnb, einige dieser Bedenken auszuräumen - auf Gast- und auf Vermieterseite.
So wurde etwa die 35.000 Euro umfassende "Airbnb Host Guarantee" in zehn Ländern, darunter auch Deutschland, eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Kulanzregelung von bis zu 35.000 Euro, die den Gastgebern Schutz gegen Diebstahl und Vandalismus durch Airbnb-Gäste gewähren soll.

Darüber hinaus will man bei Airbnb nach und nach neue und alte Gastgeber anschreiben und sie bitten, ihre Adressen zu verifizieren. Anhand einer "Plakette", die nach erfolgreicher Verifizierung auf dem jeweiligen Gastgeberprofil erscheint, soll potenziellen Gästen eine größere Sicherheit geboten werden. Bisher war es nicht möglich, den vollen Namen des Gastes vor Annahme oder Ablehnung der Buchung zu sehen, es wurde lediglich der Vorname des Nutzers sowie der erste Buchstabe seines Nachnamens angezeigt. Auch dies hat Airbnb nun geändert. Gäste müssen nun auch mehr über sich preisgeben, beispielsweise den Grund ihrer Reise angeben. Andernfalls können sie keine Buchungsanfrage an einen Vermieter senden. Gastgeber können darüber hinaus selbst festlegen, welche Reservierungsanforderungen ein Gast erfüllen muss. Das kann zum Beispiel eine verifizierte Telefonnummer oder ein Profilfoto sein. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird die Reservierungsanfrage blockiert. Während des Logins befindet sich die Seite nicht automatisch im verschlüsselten Zustand (https), dies gilt nur für die Seiten Auszahlungen, Account-Einstellungen und das Profil.

Bezahlmethoden bei Airbnb



Wird eine Reservierung durch einen Gast bestätigt, wird zwar das Geld von dessen Konto abgebucht, der Gastgeber aber erhält es erst 24 Stunden nach einem erfolgreichen Check-In. Die Zahlungsmöglichkeiten sind je nach Land unterschiedlich, es kann in 17 Währungen gezahlt werden. In Deutschland erfolgt die Zahlung per Kreditkarte oder Paypal.

Kontaktwege zu Airbnb



Seit August 2011 steht ein telefonischer Rund-um-die-Uhr-Support zur Verfügung, der allerdings nur unter einer US-amerikanischen Nummer erreichbar ist. Wer in Deutschland wohnt, kann sich von Airbnb nach Angabe seiner Telefonnummer unter +49 40 60 946 4444 oder auf der Website zurückrufen lassen. Zudem steht für registrierte Mitglieder ein Live-Chat zur Verfügung.

Registrierung, Log-In über Facebook



Um die Angebote zu durchstöbern ist keine Registrierung erforderlich. Will der Nutzer jedoch Kontakt mit einem Gastgeber herstellen oder eine Buchungsanfrage senden, muss er sich anmelden. Die Anmeldung ist kostenlos, ebenso wie die Vermittlung einer Unterkunft. Mit nur zwei Klicks ist ein Konto angelegt und bestätigt. Das angelegte Profil kann nun mit persönlichen Angaben, Bildern und Videos gestaltet werden.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit sich zu registrieren: Der Nutzer kann sein Facebook-Konto mit Airbnb verbinden. Hierzu loggt er sich auf Airbnb mit seinen Facebook-Login-Daten ein. Anschließend muss er Airbnb die Verwendung seiner auf Facebook angegebenen Daten erlauben.

  • Erforderlich - Auf meine allgemeinen Daten zugreifen: Umfasst Name, Profilbild, Geschlecht, Netzwerke, Nutzer-ID, Freundesliste und alle weiteren Informationen, die ich öffentlich gemacht habe
  • Erforderlich - Mir E-mails schicken
  • Erforderlich – Auf meine Profilinformationen zugreifen: Aktivitäten, Geburtstag, Ausbildung, Heimatstadt, Interessen, "Gefällt mir", Musik, Fernsehen, Filme, Bücher, Zitate und Derzeitiger Wohnort


Bestimmte Informationen, die der Nutzer auf Facebook hinterlegt hat, können dann direkt in das neue Airbnb-Profil übernommen werden. Unter der Option "Profil bearbeiten" kann die Verbindung mit dem Facebook-Account wieder getrennt werden.

Suchfunktion bei Airbnb



Die Airbnb-Suchmaske ist übersichtlich gestaltet. Nach Auswahl der gewünschten Stadt lässt sich auch festlegen, für wie viel Reisende eine Unterkunft gesucht werden soll (schwierig ist das bei einer einzelnen Person). Ein großes Plus der Privatunterkunft-Communities gegenüber manchen Bed-and-Breakfast-Seiten und Ferienwohnungsvermittlungen: Ein Kalender zeigt dem Nutzer an, ob die Unterkunft zu dem gewünschten Termin verfügbar ist.

Neben dem Kalender hat Airbnb weitere Features eingebaut, etwa ist Googles Street View integriert, mit dessen Hilfe sich der Nutzer direkt einen Eindruck der Wohngegend verschaffen kann. Das Haus, in dem sich die angebotene Unterkunft befindet, kann er jedoch nicht identifizieren, denn die genaue Adresse erfährt er erst, wenn er mit dem Vermieter in Kontakt tritt. Ebenso ist über die Funktion Google Maps ersichtlich, in welchem Viertel sich die Wohnung oder das Zimmer befindet. Eine Buchungsanfrage wird direkt an den Gastgeber gestellt, unter dessen Profilbild auch eine Antwortrate eingeblendet wird. Anhand derer weiß der Nutzer, wie zuverlässig der Gastgeber auch Anfragen reagiert. Bei vielen Vermietern findet sich eine hundertprozentige Antwortrate.

Bereits in der Übersicht der Suchergebnisse werden die jeweiligen Stadtviertel der Unterkünfte angezeigt. Das hilft, eine Vorauswahl zu treffen. Ebenfalls hier ist bereits ersichtlich, über wie viele Bewertungen ein Anbieter verfügt. Die Beschreibung der Unterkunft informiert dann über Details wie die Größe des Zimmer, des Bettes, die maximale Gästeanzahl, Gebühren für zusätzliche Personen, Check In- und Check Out-Zeiten sowie Stornierungsbedingungen, die in die Kategorien "flexibel", "moderat" und "unflexibel" unterteilt sind.

Sortierungsmöglichkeiten bei Airbnb



Die Ergebnisse der Suche lassen sich nach Empfehlung, Entfernung, Preis: niedrigster zuerst, Preis: höchster zu erst und Neueste sortieren.

Antworten: Die Leitung der Bed-and-Breakfast-Community im Test



Die Antwort des Airbnb-Supports auf die Frage, ob die Rechnung inklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen wird, erfolgte exakt 25 Stunden und 2 Minuten nach der Anfrage, dauerte also über einen Tag. Das ist allenfalls ein mittelmäßiges Ergebnis im Vergleich zu den Wettbewerbern. Dafür war die Antwort aber auch sehr ausführlich und freundlich – und korrekt. Da Airbnb ein amerikanisches Unternehmen ist, führt es keine Mehrwertsteuer an deutsche Kunden ab. Die Kontaktaufnahme ist dagegen insgesamt verwirrend. Zum Kontaktformular gelangt der Nutzer erst, wenn er mehrere Fragen beantwortet hat – diese FAQ muss also der Nutzer zuerst durchlesen, bevor er eine Anfrage stellen darf.

Informationen rund um Airbnb:

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Datum: 23.01.2012 09:00:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch
Fotos: Airbnb (Teaser/Textbild1)